Burn-out und Depression

"Ich kann nicht mehr!"

Vielleicht haben Sie eine Kollegin oder einen Kollegen, der aufgrund von Burn-out krankgeschrieben war. Oder Sie haben sich selbst schon einmal zutiefst erschöpft, irgendwie ausgebrannt gefühlt und sind deswegen im Job ausgefallen. Das ist nichts Ungewöhnliches, denn unabhängig von Berufsgruppe oder Einkommensschicht: Ein Burn-out kann gestresste Karrieremenschen ebenso treffen wie überarbeitete Angestellte, aber auch Hausfrauen, Hausmänner oder Personen, die Angehörige pflegen. Wer sich eingehend mit der Thematik beschäftigt, merkt schnell, dass hinter Burn-out mehr steckt als „nur“ Erschöpfung und Arbeitsunlust. Der Unterschied liegt in der Regenerationsfähigkeit. Wem es in der Freizeit, also nach Dienstschluss, am Wochenende oder im Urlaub, nicht mehr gelingt, den Akku aufzufüllen, zu regenerieren und wieder Energie und Motivation für den (Arbeits-) Alltag zu erlangen, sollte hellhörig werden. Burn-out erkennen – gar nicht so einfach Wie genau man ein Burn-out feststellen kann und was ihn ausmacht, darüber sei sich die Fachwelt nach Angaben des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nicht einig. Internetfragebögen zum Burn-out-Risiko sind jedenfalls mit Vorsicht zu genießen, da die Beschwerden andere Ursachen haben können, zum Beispiel psychische und psychosomatische Erkrankungen wie eine Depression oder Angsterkrankung. Körperliche Erkrankungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente können ebenfalls Erschöpfung und Müdigkeit auslösen. Daher sei es wichtig, gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt nach möglichen Ursachen zu suchen. Was man jedoch laut IQWiG sagen kann, ist, dass die Beschwerdebereiche „Erschöpfung“, „Entfremdung von der (beruflichen) Tätigkeit“ und „verringerte Leistungsfähigkeit“ als typische Anzeichen gelten. Die Betroffenen fühlen sich ausgelaugt und emotional erschöpft, berichten von mangelnder Energie, Überforderung und Niedergeschlagenheit. Sie erleben ihre Arbeit zunehmend als belastend und frustrierend und können eine zynische Haltung gegenüber Arbeitsbedingungen und Kollegen entwickeln. Die Leistung im Beruf, Haushalt oder bei der Pflege Angehöriger leidet. Betroffene empfinden ihre Tätigkeit als negativ. Die Ursache in vielen Fällen: Stress. Der kann von außen kommen (beispielsweise durch die Arbeit), aber auch im eigenen Anspruch und Wesen liegen (wie Perfektionismus oder die Unfähigkeit zur Abgrenzung). Unterschied zwischen Burn-out und Depression Oftmals wird ein Burn-out im Zusammenhang mit einer Depression festgestellt. Während eine Depression sowohl langsam als auch plötzlich und scheinbar grundlos entstehen kann, entwickelt sich ein Burn-out meist schleichend. Wird ein Burn-out nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, können Betroffene in eine Depression rutschen. Depression erkennen Alles erscheint grau in grau, es gibt nichts, worauf oder worüber man sich freuen kann – solche Tage kennt jeder. Eine Depression ist aber etwas anderes als eine vorübergehende Phase der Niedergeschlagenheit oder ein Stimmungstief. „Aus medizinischer Sicht ist die Depression eine ernste Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen tiefgehend beeinflusst, mit Störungen von Hirn- und anderen Körperfunktionen einhergeht und erhebliches Leiden verursacht. Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, können sich selten allein von ihrer gedrückten Stimmung, Antriebslosigkeit und ihren negativen Gedanken befreien. Aber es gibt gute und effektive Möglichkeiten der medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlung“, erläutert die Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Liegen zwei Wochen oder länger mindestens fünf Symptome, darunter mindestens ein Hauptsymptom vor, wird die Diagnose Depression gestellt. Je nach Intensität der Symptome und der damit verbundenen Einschränkung wird zwischen leichter, mittelgradiger und schwerer Depression unterschieden. Auch hier gilt: Andere Erkrankungen oder Ursachen, etwa Schilddrüsenüber- oder -unterfunktionen, Tumorerkrankung sowie medikamentöse Neben- oder Wechselwirkungen, können zu einer Verwechslung mit depressiven Erkrankungen führen. Eine medizinische Abklärung ist also unbedingt erforderlich.

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