Youngster

Schlaganfall

- von jetzt auf gleich

Chefarzt der Klinik für Neurologie im Klinikum Herford: Prof. Matthias Sitzer

Auch junge Menschen können einen Schlaganfall erleiden. Die Ursache ist nicht immer klar, das Risiko lässt sich jedoch oftmals minimieren. Vanessa und Ina sind als Influencerinnen bekannt. 2,5 Millionen Menschen verfolgen ihr Leben als „coupleontour“ auf Instagram. Ina ist 26 Jahre alt, als sie einen schweren Schlaganfall erleidet. Einen Tag später bringt Vanessa das gemeinsame Kind zur Welt. Die Geschichte der beiden erzeugt über Social Media hinweg Aufmerksamkeit und Mitgefühl. Immer wieder ist im Zusammenhang mit jungen Schlaganfallpatienten zu lesen, dass deren Zahl in den vergangenen Jahren angestiegen ist. Aber ist das wirklich so? „Zunächst einmal gilt: Je älter ein Mensch ist, desto höher ist das Risiko für einen Schlaganfall. Es verdoppelt sich etwa alle zehn Jahre“, erklärt Prof. Dr. med. Matthias Sitzer. Er ist Chefarzt der Klinik für Neurologie im Klinikum Herford. Dort gibt es eine eigene Schlaganfalltherapiestation, die sogenannte „Stroke Unit“. Dennoch hätten auch junge Menschen schon immer Schlaganfälle bekommen. „Der Anstieg über die vergangenen Jahre ist zum Teil darüber zu erklären, dass die Diagnostik immer besser wird. Die Zahl der schweren Schlaganfälle hat sich dagegen nicht erhöht.“ Was du tun kannst 116.000 Schlaganfälle hat das „Qualitätssicherungsprojekt Schlaganfall Nordwestdeutschland“ 2021 dokumentiert. Circa vier Prozent davon waren jünger als 45 Jahre. Die körperlichen Ursachen für die bedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankung unterscheiden sich in den verschiedenen Altersspannen. Sie sind bei Jüngeren im Vorfeld oftmals nicht festzustellen. Was man jedoch in jedem Alter im Blick behalten kann, sind die Risikofaktoren. Dazu gehören Übergewicht und Bewegungsmangel, Diabetes, Bluthochdruck oder eine Migräne mit Aura. Auch Rauchen oder Drogenkonsum erhöhen das Schlaganfallrisiko. Besonders gilt das, wenn mehrere dieser Faktoren zusammenkommen. „Eine Frau beispielsweise, die unter einer Migräne mit Aura leidet und zudem noch raucht und die Pille nimmt, kann ihr Schlaganfallrisiko selbstständig reduzieren“, so Prof. Dr. med. Sitzer. „Sie kann in Absprache mit ihrem Arzt eine alternative Verhütungsmethode finden und natürlich am besten mit dem Rauchen aufhören.“

Im Ernstfall

Bei einem Schlaganfall sind Teile des Gehirns durch ein verstopftes Gefäß oder eine Hirnblutung von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten. Sie sterben ab, daher gilt: Schnelles Handeln hat oberste Priorität! Auffällig sind dabei plötzlich auftretende Symptome wie Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen. Der FAST-Test hilft, einen Schlaganfall als solchen zu erkennen:

  • F (Face): Lächle: Hängt dabei ein Mundwinkel herab?
  • A (Arm): Strecke deine Arme mit den Handflächen nach oben vor. Sinkt ein Arm ab?
  • S (Sprache): Sprich einen einfachen Satz. Klingt die Sprache verwaschen?
  • T (Time/Zeit): Wähle sofort den Notruf 112, wenn dir eine der Aufgaben Schwierigkeiten bereitet.