Allgemein / Frauengesundheit | 07.01.2026
Zusatz-Artikel zum Artikel „Reizdarm“
Die Tatsache, dass Frauen häufiger vom Reizdarm betroffen sind, ist ein Phänomen, das in vielen Studien immer wieder beobachtet wurde. Es gibt mehrere Gründe, warum Frauen in größerer Zahl an einem Reizdarm leiden:
Ein wesentlicher Faktor, der den Unterschied in der Häufigkeit des Reizdarms zwischen den Geschlechtern erklären könnte, sind hormonelle Schwankungen. Insbesondere die Menstruationszyklen der Frauen scheinen eine Rolle zu spielen.
Es gibt Hinweise darauf, dass Frauen tendenziell stärker von psychischen Belastungen wie Stress, Angst oder Depressionen betroffen sind. Diese psychischen Faktoren können das Verdauungssystem beeinflussen und zu einer Fehlregulation des Darms führen.
Es gibt Hinweise darauf, dass genetische Faktoren eine Rolle beim Auftreten von Reizdarm spielen können. Da das weibliche Immunsystem in vielerlei Hinsicht anders auf Reize reagiert als das männliche, könnte eine genetische Prädisposition in Kombination mit Umweltfaktoren zu einer höheren Inzidenz bei Frauen führen.
Ein weiteres faszinierendes Feld der Forschung ist die Rolle des Darmmikrobioms – also der Milliarden von Bakterien, die in unserem Darm leben und eine entscheidende Rolle für unsere Gesundheit spielen. Einige Studien legen nahe, dass Frauen und Männer unterschiedliche Mikrobiom-Zusammensetzungen aufweisen könnten, was wiederum zu einer verstärkten Neigung von Frauen zu Reizdarm-Symptomen führen könnte.
Ein weniger biologischer, aber nicht zu vernachlässigender Faktor ist, dass Frauen tendenziell sensibler auf körperliche Symptome reagieren und diese häufiger ärztlich untersuchen lassen. Männer neigen oft dazu, gesundheitliche Beschwerden weniger zu melden oder auf medizinische Hilfe zu verzichten. Insofern könnte die höhere Häufigkeit des Reizdarms bei Frauen auch durch eine stärkere Bereitschaft zur Diagnose bedingt sein.
In vielen Gesellschaften übernehmen Frauen häufig eine Vielzahl von sozialen und familiären Rollen, die Stress und Belastung erhöhen können. Diese zusätzlichen emotionalen und körperlichen Anforderungen könnten die Entwicklung eines Reizdarms begünstigen oder die Symptome verschärfen.
Die höhere Häufigkeit des Reizdarms bei Frauen lässt sich also durch eine Kombination aus biologischen, hormonellen, psychischen und sozialen Faktoren erklären. Es wird immer deutlicher, dass der Reizdarm nicht nur eine körperliche Erkrankung ist, sondern auch von äußeren Einflüssen und individuellen Lebensumständen geprägt wird. Eine genaue Untersuchung der verschiedenen Einflussfaktoren ist notwendig, um individuell passende Behandlungsmöglichkeiten für betroffene Frauen zu entwickeln.
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