Mental Health | 26.12.2025
Wenn die Tage kürzer werden und das Licht schwindet, steigt bei vielen Menschen das Risiko für eine Winterdepression. Als Krankenkasse möchten wir darüber aufklären, welche Gründe, Symptome und Möglichkeiten zur Überwindung existieren – und wann medizinischer Rat sinnvoll ist. Der folgende Beitrag verbindet aktuelle Erkenntnisse aus der Gesundheitsforschung mit praktischen Empfehlungen für den Alltag.
Die Winterdepression gehört zu den saisonal auftretenden depressiven Störungen und wird unter anderem durch den Mangel an natürlichem Tageslicht begünstigt. Dieser Lichtmangel beeinflusst den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Ausschüttung von Melatonin und die Produktion des Glückshormons Serotonin. Zu den häufigsten Gründen zählen daher:
Studien zeigen, dass weltweit mehr als 280 Millionen Menschen von depressiven Erkrankungen betroffen sind – und saisonale Formen wie die Winterdepression sind ein relevanter Anteil davon. Besonders in nördlichen Breitengraden tritt sie häufiger auf.
Typische Symptome einer Winterdepression ähneln denen anderer depressiver Verstimmungen, weisen jedoch eine klare jahreszeitliche Bindung auf. Dazu gehören unter anderem:
Gerade weil diese Symptome oft schleichend auftreten, ist es wichtig, auf eigene Veränderungen zu achten und bei Bedarf rechtzeitig medizinischen Rat einzuholen. Frühzeitige Unterstützung kann verhindern, dass aus einer saisonalen Verstimmung eine ausgeprägte depressive Episode wird.
Es gibt zahlreiche evidenzbasierte Ansätze, die helfen, eine Winterdepression zu lindern oder vorbeugend zu handeln. Besonders wirksam sind:
Eine täglich angewendete Lichttherapie kann den Hormonhaushalt stabilisieren und innerhalb weniger Wochen spürbare Verbesserungen erzielen. Sie zählt zu den bestuntersuchten Methoden in der Behandlung der Winterdepression.
Regelmäßiges Training – am besten draußen – hebt nachweislich die Stimmung. Denn selbst an bedeckten Wintertagen ist das natürliche Licht deutlich heller als künstliche Innenbeleuchtung.
Ein klar geregelter Tagesablauf wirkt stabilisierend auf den inneren Rhythmus. Dazu gehören feste Schlafenszeiten, regelmäßige Mahlzeiten und kurze, gezielte Pausen.
Gesprächstherapien, insbesondere verhaltenstherapeutische Ansätze, können helfen, negative Denkmuster zu erkennen und zu verändern. Hierzu sollten Betroffene frühzeitig medizinischen Rat einholen.
Eine ausgewogene Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren, komplexen Kohlenhydraten, Vitamin D und frischem Gemüse unterstützt das körperliche Wohlbefinden und kann die Überwindung einer Winterdepression positiv beeinflussen.
Anhaltende Stimmungseinbrüche, soziale Rückzüge oder ein Verlust an Freude können Hinweise darauf sein, dass eine professionelle Einschätzung nötig ist. Ärztinnen, Ärzte und psychologische Fachkräfte können beurteilen, ob eine saisonale Störung vorliegt und welche Behandlung sinnvoll ist. Sie sind zudem wichtige Ansprechpartner, wenn Selbsthilfestrategien nicht ausreichen.
Wir als Krankenkasse unterstützen Sie.
Auch in schwierigeren Lebenssituationen sind wir als bkk melitta hmr immer an Ihrer Seite. Eine psychotherapeutische Behandlung ist immer dann zu empfehlen, um seelische Probleme oder eine psychische Erkrankung zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten und damit in Zusammenhang stehende Beschwerden zu lindern.
>> Weitere Informationen zum Psychotherapeutische Behandlungen erhalten Sie auf unserer Website.
Quellen:
Weltgesundheitsorganisation (WHO): „Depression“ – globale Betroffenenzahlen URL: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/depression
National Institute of Mental Health (NIMH): „Seasonal Affective Disorder“ – Informationen zu Ursachen und Behandlung URL: https://www.nimh.nih.gov/health/topics/seasonal-affective-disorder
Eine Winterdepression ist eine saisonale Form der depressiven Verstimmung, die vor allem in den lichtarmen Wintermonaten auftritt. Durch den Mangel an Tageslicht geraten Hormonhaushalt und Schlaf-Wach-Rhythmus aus dem Gleichgewicht.
Zu den wichtigsten Gründen zählen verkürzte Tageslichtphasen, hormonelle Veränderungen, weniger körperliche Aktivität und sozialer Rückzug während der Wintermonate.
Typische Symptome sind Antriebslosigkeit, erhöhtes Schlafbedürfnis, Gereiztheit, Heißhunger auf Kohlenhydrate, Konzentrationsschwierigkeiten und Gewichtszunahme – meist jährlich wiederkehrend im Winter.
Wirksame Ansätze sind Lichttherapie, regelmäßige Bewegung im Freien, ein strukturierter Alltag, psychologische Unterstützung und eine ausgewogene Ernährung mit Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren.
Wenn die Stimmungseinbrüche länger anhalten, der Alltag spürbar eingeschränkt ist oder Selbsthilfemaßnahmen nicht ausreichen, sollte ärztliche oder psychologische Unterstützung in Anspruch genommen werden.
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